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Meine 3. Burmareise beginnt in Bangkok. Vom Flughafen  in die Stadt hinein.. selbstverstaendlich verwendet der Taxler den Meter, man muss nicht handeln, bruellen und mit  dem Aussteigen drohen. Das war nicht immer ganz so. Es ist noch vor dem Fruehverkehrsstau. Eine halbe Stunde zum Platz, von dem die Minivans nach Kanchanaburi abfahren. Ich habe in einem Guesthouse mit Pool reserviert. Nach ca 24 Stunden Unterwegssein ein Genuss. Die beruehmte B ruecke  am Kwai kenne ich. Ich bleibe am Pool, freu mich aufs Thai Essen, trinke ein Bier und falle ins Bett. Der etwas klapprige Bus faehrt die ca 60 km zur Grenze in 2 Stunden. Im Bus sitzen weitere 6 weisse Nasen- ein Glueck wie wir bald merken. Vor der Ausreise aus Thailand faengt uns ein geschaeftiger Herr ab. 20 Dollar in einem Minibus bis Dawei. Ich bin  sehr zufrieden, einige Sparmeister versuchen zu handeln, obwohl weit und breit kein anderes Angebot zu sehen ist und Unrterkunft gibts auch nicht. Ich handle nicht mit und besetze augenzwinkernd mit dem Fahrer den besten Platz neben ihm. Die Sparmeister kommen auch, eine will auf meinen Platz -  der Fahrer weist sie nach hinten, ich weise auf mein hohes Alter hin.... Die Grenzformalitaeten dauern auf Thai- Seite pro Person 2 Minuten. Es folgen 6km Niemandsland. Dann die burmesische Grenze. Diese Grenzstation ist fuer Touristen erst seit wenigen Monaten offen. Das Personal ist mit Kamera und in burmesischem Tempo arbeitenden Computer leicht ueberfordert - 7 Touristen auf einmal und das zur Mittagszeit. Das Militaer ( laut Schild strong forces of Myanmar ) schlaeft selig mit dem Kopf auf den Schreibtisch gelegt. Ein friedliches Bild. 5 Beamte kaempfen mit Kamera (eine) und Computer ( einer) und Stempeln (unzaehlige). Bald nach einer Stunde sind wir fertig. Und nun stellen wir einen Geschwindigkeitsrekord auf : Die 123 km der zukuenftigen trans sued ostasiatischen  schnellsrasse legen wir in 6 Stunden zurueck. bis  jetzt ists naemlich ein schwierig zu befahrender Feldweg durch fast unbewohntes Gebiet, Dschungel. Unglaublich schoen und ich beglueckwuensche mich zu meinem bequemen Platz.
Mingalaba! .... Weiter gehts, wenn ich wieder einen Computer finde und vor allem die Verbindung nicht a little slow ist
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Danke, dass du immer Zeit und Lust findest uns an deinen Reisen teilhaben zu lassen.
Einen schönen Jahreswechsel und weiterhin eine interessante Reise!
Alles Gute Trude
Hyper User
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Im Bus vor der Abfahrt von Dawei nach Ye. Alle Passagiere sitzen und warten auf die Abfahrt, der Motor laeuft. Ein kleiner dicker Uniformierter mit vielen goldenen Sternen und noch mehr Abzeichen (Orden?) kontrolliert aufmerksam irgendwelche Papiere.  Da sieht er mich und strahlt. Jetzt kann er allen im Bus zeigen, wie gut er ist.
You person?
Ich: Yes!
You cuntri ?
Ich: Austria
Australia
Ich korrigiere nicht.
Der neben mir sitzende nette Student verkriecht sich in seinen Schal, weil er so viel lachen muss.
You sta Dawei?
Yes. Um die Sache ein wenig abzukuerzen,  krame ich nach der Hotelrechnung.
Ah!
Passport!
Ich gebe ihm meinen Pass, er starrt begeistert auf das Visum vom Vorjahr.
You Yangon?
No, ich versuche ihm sanft den Pass wegzunehmen, um ihm das richtige Visum zu zeigen. Das mag er nicht. Er schliesst den Pass und sagt: Maugma  pich verri  gud.
Dazu kann ich mich nicht aeussern und laechle.
Er wutzelt sich mit stolz geschwellter Brust durch die Reihen.
Der Student kann endlich richtig lachen und wir unterhalten uns die naechsten Stunden ausgezeichnet. In 2 Jahren ist er Zahnarzt!!!!!!!!

Meine bisherige Route: Kanchanaburi (Thailand) - Dawei- Ye - Yangon.
In Ye habe ich Silvester verschlafen, der Ort ist erst seit einem halben Jahr fuer Touristen erreichbar, entsprechend "urspruenglich" ist s da. Leider gibts auch Internet nur  zeitweise, d.h. 3 Tage gar nicht, das Telefon hat auch  erst nach einer Stunde Probierens geklappt.....
Die Strasse von Dawei ist ein Feldweg, an dem gerade Reparaturen durchgefuehrt werden. Leider ist dieser Feldweg die einzige Nord- Sued Verbindung in diesem Teil Burmas.

The starlight guesthouse hat eine nette Seite - auch mit der Umgebung von Ye
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Jetzt wieder Internet! Wau!



Von Yangon bin ich nach Sittwe geflogen. Vom Flughafen ins Hotel. In Sittwe waren  voriges Jahr und  vor 2 Jahren grosse Unruhen. Viele Bewohner des Rakhine Staates  sind Moslems, die seit Jahrhunderten hier leben.  Sittwe liegt an der Grenze zu Bangla Desh. Hier haben die friedlichen buddhistischen Moenche die Moslems verjagt , viele sind auch uebers Meer in kleinen Booten  nach Bangla Desh gefluechtet , weil es dort viel besser ist.............
Ich habe in Sittwe keinen einzigen Moslem gesehen.
In der Stadt gibt es  wenig zu tun. Ich bin ueber den Markt geschlendert und habe viele neue Dinge gesehen. Das kann man wirklich alles essen ? ? ?
Ein  englisch sprechendes Maedchen erklaert die Zubereitungsmoeglichkeiten von etwas, das aussieht wie Stroh und sich auch so anfuehlt. Es , man kann es kochen und dann Salat draus machen. Der Markt und das beschaeftigen mich  am  Nachmittag. Zum Sonnenuntergang versammeln sich alle Touristen, die gerade in Sittwe sind (12 ....), am Dach des Hotels und bewundern den Sonnenuntergang und die Flughunde.

2 Leute mit Riesen objektiven fallen mir auf. Das eine gehoert einem deutschen Fotografen, der Fotoreisen nach Burma organisiert und 1 Woche unterwegs ist. Das andere einer netten Daenin . Sie ist mit Ehemann unterwegs. Ab nun sind wir vier eine Reisegruppe. Wir entdecken aehnliche (politische) Ansichten und tratschen viel.

Nach einer Fahrt mit dem < fastboat> , das um 7 Uhr frueh startet - die Burmesen sind Fruehaufsteher - sind wir in Mrauk U. Bilder davon gibts im Netz.  Es ist wunderschoen hier und die Abende mit meiner Reisegruppe sind lustig.
Die Tempel stammen aus dem 15. und dem 16. Jahrhundert und ich komme aus dem Staunen gar nicht heraus. Ich wandere von Tempel zu Pagode und von Kloster zu Kloster. Nur bei den zwei Hauptsehenswuerdigkeiten treffe ich Touristen, sonst gibts normales Dorfleben und Arbeit auf den Feldern.  Morgen gehts weiter ...........
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Reiseroute: Mrauk U - Magwe (kurze Uebernachtung) - Pyay
Pyay ist im Zentralraum von Burma , daher funktioniert hier das Internet ein bisschen normaler. Das heisst, dass ich mir kein Buch mitnehme und ein paar Seiiten lese, bis  ich die gewuenschte Seite erreicht habe.Hier muss man nur ein wenig in die Luft  schauen......

Ein paar Impressionen :
Schuhe aus!
,Klar, bei jedem Buddha muss man die Schuhe ausziehen. Man ist also gut beraten,  sich so wie die einheimischen Leute  mit Gummischlapfen zu bewegen. In viele Pagoden bzw. KLosteranlagen kann man mit dem Moped oder dem Auto hineinfahren. Ich bin hier sehr haeufig - so wie in den letzten Jahren mit Moped + Fahrer unterwegs. Also: Runter vom Moped, Schlapfen in die Hand, rauf aufs Moped, weiter gehts. Richtig komisch wird s , wenn ein Auto kommt | 4 Tueren oeffnen sich, 4 -7 Leute steigen aus, Schlapfen in die Hand, wieder einsteigen und weiter gehts.

Heute ein Ausflug zum Buddha mit der BRILLE !!!!!! Wenn ich in Wien bin , gibts ein Foto. Die Brille, die man jetzt bewundert, ist schon seine dritte. Die beiden Vorgaengermodelle waren aus Gold und wurden waehrend der Kolonialzeit gestohlen. Die jetzige ist  nur vergoldet und wird alle 14Tage geputzt. Neben der Buddha steht ein Glaskasten, in den die Leute ihre Brillen werfen  , Buddha wird helfen. Ich hatte leider kein ueberfluessiges Modell mit......



Wahlen : Heuer wird es Wahlen geben. Nach allen Umfragen wird die 'Lady ', wie  die Nobelpreistraegerin Aung San Suu Kyi allgemein genannt wird, gewinnen. Auch wenn sie nicht mehr soooo beliebt ist wie im Vorjahr.  Sie ist naemlich der Meinung, dass auch die Angehoerigen der vielen Minderheiten  und sogar Moslems der menschlichen Rasse  angehoeren.  Damit sie nicht antreten kann, haben die derzeitigen Machthaber ein altes Gesetz ausgegraben : Jemand, der im Ausland geboren ist oder Verwandte im Ausland hat, darf nicht kandidieren. Die Soehne der Lady leben in England , der Heimat ihres Vaters. Ihren krebskranken Ehemann konnte die Lady vor seinem Tod nicht mehr sehen, sie stand ja jahrelang unter Hausarrest.

Ich habe gerage gesehen, man kann den Buddha googeln: Also Buddha mit der Brille Myanmar bei den Google Bildern eingeben und schon sieht man ihn. Ob er allerdings auch uebers Internet seine schuetzende Hand ueber deine Augen breiten kann, das weiss ich nicht.
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Was man alles zum Busfahren braucht:
Der Tourist/ die Touristin braucht: Das Gepaeckstueck und eine kleine Zusatztasche/ kleinen Rucksack , dicke Jacke und Schal (AC laeuft auf 10-15Grad), Ohrstoepsel , um den Laerm der Videos/Filme etwas abzudaempfen und VIEL Geduld. Die Strassen sind schlecht bis nicht als Strasse zu  bezeichnende Feldwege, die Busse quaelen sich mit 20km/h Durchschnittsgeschwindigkeit. Alle 2 Stunden ist Pause. Da muessen alle aufs Klo und vor allem etwas essen. Das wichtigste ist aber, Bethelnuss Nachschub kaufen.
Der /Die Einheimische braucht: Einen grossen Sack mit  Kokosnuessen  oder Reis oder...... viele , viele kleine  Plastiktaschen  mit vielen verschiedenen Einkaeufen, einen grossen Vorrat an Bethelnuessen. Auch er/sie muss sich warm anziehen. Ohrstoepsel braucht er/sie nicht, ausser vom Smartphone, das steckt in einem Ohr, dass man Anrufe ( nicht haeufig, weil lange Strecken kein Empfang) und eigene Musik hoeren kann und mit dem anderen Ohr  die Musikvideos bzw. Filme im Bus verfolgen kann. Kein Wunder, dass alle staendig bruellen, wenn sie sich unterhalten. Das wichtigste Utensil aber ist ein Plastiksackerl
Da wird hineingespuckt. Bethelnussgenuss foerdert den Speichelfluss und faerbt die Spucke (die Zaehne und die Lippen auch) knallrot. Gemuetlich ist die staendige Spuckerei nicht. Wenn alle Plastiksackerl voll sind, muss der Bus stehenbleiben, da werden dann die Sackerl umweltfreundlich im Strassengraben entsorgt und neue Vorraete und Sackerl angeschafft.
Ich liebe das Land und seine Bewohner sehr, aber die Bethelkauerei ist eine Plage. Bethel wirkt ungefaehr so aufputschend wie ein kleiner Mokka .......
Ein Blatt eines bestimmten Baumes wird mit kalkhaeltiger Fluessigkeit bestrichen , dann kommt ein kleines Nuesschen drauf und das Blatt wird zugemacht. So entsteht ein harmlos aussehendes gruenes Paeckchen. Mein derzeitiger Mopedfahrer sagt er braucht 10 am Tag. Das ist ungefaehr so, wie wenn ich einen Raucher / eine Raucherin frage, wieviel er/sie raucht  . Wenn die Antwort 10 ist, glaub ichs auch nicht.
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Ich war 3 Tage lang mit meinem Mopedfahrer von Pyuy aus unterwegs. Ein Ausflug zum Buddha mit der Brille, ein Ausflug zu den beeindruckenden Zeugnissen der Sri Ksetra Kultur  ca 6.-9.Jahrhundert mit riesigen Ziegelstupas und heute bei einem Heiligtum ca 200 Hoehenmeter von der Strasse entfernt. STIEGEN Also so wie wenn man 2 - 3 Mal Nasenweg mit Stufen steigt. Uff!
Aber diese Aussicht!
Bei einer der heutigen Pagoden ein Nat- Schrein - und zwar der fuer die gruene Lady. In Yangon ist es die rosa Lady, die aussieht, wie eine Werbung fuer Lux- Seife aus den 50iger Jahren . Ich habe den Nat Kult schon ausfuehrlich beschrieben. Diese hier hat im Wald gerne auf Lianen geschaukelt. Das bedeutet, dass ihr die Fans hier so eine Art Hollywood Schaukel in allen Groessen bringen. Bei einem Nat kann man sich etwas wuenschen. Ich spende also 1 US Dollar und die gruene Lady wird mich auf meinem Flug von Yangon nach Bangkok beschuetzen. Ich fliege mit Air Asia.