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Wir sind wieder einmal in Indien.....
Die groesste Freude war  bisjetzt der Flug. Das kam so:
Wir sitzen in Schwechat in einem voll gestopften Abfluggate- ploetzlich werden wir aufgerufen und eine freundliche Dame erklaert uns, dass wir in Reihe 5 sitzen werden. BUSINESS CLASS!!!!
( Wir haben sie beim Einchecken um gute Sitze gebeten- und uns nicht mit den Automaten abgemueht, die jetzt ueberall in Schwechat herumstehen.) Einfach herrlich diese Sitze in der  besseren KLasse und das Essen und die Weine......
So kamen wir ausgeruht und frisch in Delhi an.
Ich war das letzte Mal 1982 hier. Damals reiste ich OHNE: Internet, Mobile Phone und es gab keine Bankomaten, die mit auslaendischen Kreditkarten funktionierten. Man reiste mit traveller cheques und von amex Buero zu amex Buero, wo man Geld abheben konnte und auch die Post (war verlaesslicher als poste restante. bei amex)
Damals am Flughafen standen die Kuehe zwischen den Gepaeckbaendern und zupften froehlich die Takes von den Koffern.
Heute kommt man in eine glitzernde, blitzsaubere Halle mit ATM  und weit und breit sind keine Kuehe.
Der Fahrer von unserem Hotel erwartete uns und  wir gingen zum Auto - und da war es - das uebliche Chaos!
Bei aller Veraenderung in Delhi, die Fussgaenger sind noch immer Freiwild im unbeschreiblichen Verkehrschaos und die Gehsteige sind noch immer fuer Vieles  gut, aber zum Gehen eher nicht.
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3 Tage Delhi, Besichtigungen und Einkaufen.Ueberall wird gebaut, vor allem eine  Metro, das  ist auch dringend noetig. Im Moment vervielfachen die Baustellen das Chaos.
In der  Stadtmitte haben die Briten gebaut, den beruehmten Conaughplace, einige Ringe mit Arkaden. In der Mitte war frueher eine veritable Gstettn mit Mist jetzt ein Park- das ist  aber schon die einzige Veraenderung. Einige Arkaden werden renoviert,  die Strasse ist feldwegaehnlich mit Sandhaufen und Asphaltflecken. Sehr  erbaulich, wenn man sich bepackt mit Sackeln  um die Ecken quaelt und auch noch hoellisch aufpassen muss, dass einem kein Radfahrer, Motorrrad, Tuck tuck oder Auto ueberfaehrt.
Ausserhalb des Zentrums, bei den Villen der Reichen, werden gerade die Gehsteige gebaut.
Am Montag sind wir nach Nepal geflogen. Vom Flugzeug aus, die Riesen des Himalaya gesehen. So wunderbar.
Hier war ich das letzte Mal 1982 , das erheitert Hotelpersonal und Taxifahrer, da waren sie alle noch  nicht auf der Welt.
Bis bald und Namaste
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Nepal/Oesterreich
Es gibt schon erheiternde Bezuege:
1)In Kathmandu hat ein oesterreichischer Architekt, der seit 30 Jahren in Nepal lebt und hier schon viele Projekte verwirklicht hat, einen Garten rekonstruiert. Goetz  Hagmueller hat in Oesterreich vor vielen Jahren die TV Dokumentation "krank" mit gestaltet und damit die Reformen in der Psychiatrie mit ausgeloest. In Patan hat er ein wunderbares Museum gestaltet ( so eins wuerde man sich in Wien wuenschen) Aber zurueck zum Garten. Er heisst garden of dreams (kann man anschauen im Netz) . Drinnen befindet sich das Kaiser Cafe ( kein Tippfehler!) General Keshar Shamser Feldmarschall 1892-1964 hat neben seiem Palast einen Garten nach englischem Vorbild errichten lassen. Er hat sich von Kesher auf Kaiser umbenannt - aus Bewunderung fuer Kaiser  Franz Joseph!!!! Und zwar hat er den deshalb so bewundert, weil er so glorreich die Revolution niedergeschlagen hat und  den Absolutismus wieder durchgestzt hat.
Der Garten ist uebrigens wunderschoen.........
2)Ca in der Mitte des Weges von Kathmandu nach Pokhara, eine Strecke von 200km, fuer die man auch heute noch 6-7 Stunden mit dem Bus braucht, gibt es einen beruehmten Tempel.( wir haben uns als bequeme aeltere Damen ein Auto mit Fahrer geleistet-hat aber mit Paeuschen auch 6 Stunden gebraucht) Dieser Tempel heisst Manakamana und steht weit ueber dem Tal. Ja und dort hinauf faehrt man  mit einer oesterreichischen Seilbahn!!!!!!1000m werden in 2,8km ueberwunden. Es kostet fuer Touristen 12 US Dollar. Die Ziegen, die im fuer Hindus heiligen Platz geopfert werden ,fahren um ca 2 US Dollar hinauf - sie haben aber nur ein one way ticket.
Eine Seilbahn in diesem schrecklich armen Land zu sehen, ist schon sehr seltsam.
Namaste
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Nepal hat 30 Mill. Einwohner und ist so gross wie Griechenland. Im human development index  der Uno steht es an 142. Stelle von 177 Laendern. 50%  sind Analphabeten und auf einen Arzt kommen 100 000 Menschen. ( In Italien sinds 550) Ueber 80% der Menschen  haben 2 US Dollar am Tag zur Verfuegung.
Trotz dieser erschreckendenZahlen ist der Verkehr in Kathmandu  inferior, es gibt Unmengen von Motorraedern, keine Gehsteige und ich huepfe staendig erschrocken zur Seite. Die Taxifahresrind Kuenstler, wie die sich aneinander vorbeiwurschteln ist bemerkenswert.
Heute sind wir vom ersten Streik betroffen. Wir muessen unsere Tickets reconfirmen- das muss man nirgens mehr, in Nepal schon, aber - es faehrt nix und ob jemand im office arbeitet , ist die Frage. Na ja wir werden sehen, wie wir morgen wegkommen.
Ein bissel nervoes macht mich die Situation schon!
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Wir sind wieder in Indien.Das telefonische reconfirmen hat geklappt, wir sind am Montag streikfrei im Hoellenverkehr zum Airport.Der naechste Streik war gestern  , diesmal 24 Stunden, wir haben davon in der Zeitung gelesen.
Katmandu- Kalkutta- Bubaneshwar. In Bubaneshwar haben wir in einem modernen indischen Hotel gewohnt. Ausgerichtet auf Geschaeftsleute, die auch zahlreich vertreten waren, keine einzige weisse Nase im Umkreis. Das bedeutet, dass auch das Fruehstueck auf indische Konsumenten ausgerichtet ist. Harte Eier, Pickels, scharfe Linsensuppe, Styroportoast(wie ueberall in Indien) und Porridge als Referenz an die Gesundheit. Die Modernitaet des Hotels bestand im Selbstbedienungsgedanken, das heisst Fruehstueck in Buffetform, aber die Kellner bringen den Tee  und Natuerlich auch die Toats (das waere ja wirklich zuviel der Selbstbedienung). Das bedeutet auch, dass das Gepaeck nicht von einem Bediensteten getragen wird , sondern von dem Mann im Wagerl geschoben wird- er erwartet natuerlich dasselbe Trinkgeld wie wenn er getragen haette! Der Gipffel der Selbstbedienung ist das Buegelbrett in jedem Stockwerk. Ich habe nie jemanden buegeln gesehen- alle lassen wie immer ihre Waesche waschen . Die Abrechnung ist falsch- dafuer auf dem Computer erledigt und benoetigt 9 (!!!!) ausgedruckte( !!!!) Blaetter.
Nach den Tempelbesichtigungen in Bubaneshwar nun in Puri. Wir wohnen im Z - Hotel.
www.zhotelindia.com
anschauen - es lohnt!
Namaste
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Puri ist ein indischer Touristenort am Meer. Der Strand ist sehr, sehr breit, schattenlos, die Wellen sind hoch und gefaehrlich. Am Rand des Strandes stehen entlang der Strasse  haessliche oder sehr haessliche Hotels. Hier gibts fast nur urlaubende Inder.
Die Hotels sind innen oft gar nicht schlecht, von einer Mauer umschlossen, innen wird alles blank geputzt, der Dreck wird nach draussen befoerdert. Alles was oeffentlich ist, Strassen, Wege ist unbeschreiblich dreckig. Das stoert indische Menschen offensichtlich nicht. Die Strassen werden auch nur von den Aermsten zum zu Fuss gehen benutzt, ein Inder/ eine  Inderin , die auf sich haelt, faehrt alles was laenger als  50m ist mit der Rikscha.

Inder und Inderinnen gehen morgens und spaetnachmittags an den Strand. Dort setzten sie sich- natuerlich voll bekleidet- unter ein gespanntes Tuch auf Plastiksesseln und schauen das Meer an. Die Wagemutigen stuerzen sich bis zu den Knoecheln in die Fluten. Die Damen im Sari, wenn dann die Wellen kommen werden sie nass, scheint sie sehr zu amuesieren, es gibt auf jeden Fall Gequietsche und Gekudere, wenn der ( immerhin 6m lange) Sari voellig nass ist. Die wagemutigen Herren gehen mit Riesenunterhosen und Unterleiberl ins Wasser. Selbstverstaendlich wird alles ununterbrochen fotografiert. Man kann auch mit einer Leiter ein Kamel besteigen und wird auf diesem fotografiert, manche "reiten" sogar 50m.
Jemanden in einer Badehose oder gar Badeanzug hbe ich noch nicht gesichtet.


Jetzt ist Heiratssaison. Davon sieht und hoert die Urlauberin folgendes:



Ein Hotel oder Restaurant wird geschmueckt. Tische und Sessel werden mit bodenlangen Rueschen versehen, bunte griechische Pappmaschesaeulen werden aufgestelt, eine Buehne gibts meistens auch. Ueber dem Eingang wird ein geschmueckter Torbogen aufgestellt, auf dem steht z.B.  Micki weds Pulpi (am naechsten Tag wird alles abmontiert, ausser "weds" das bleibt stehen fuer die naechsten. Ein Musikzug wird engagiert. Der ist ein bissel schierig zu beschreiben, ich versuchs, zu Haus gibts dann ein Bild
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Fortsetzung Puri



Ca 5 Fahrradrikschas werden hintereinandermontiert. Statt des Sitzes gib es eine Art kleines Huettchen. Im letzten Huettchen ist der Generator, in den anderen Huettchen sitzen Musiker an verschiedenen verstaerkten Instrumenten und machen einen Hoellenlaerm.



Dieses Ding wird nun ueber die Hauptstrasse gezogen.Dahinter gehen Leute mit Blumenwedeln und Lampen. In Rajastan haben wir die verschienten Braeutigame in Fantasieunformen auf weissen Pferden gesehen. Hier ist das weisse Pferd  durch ein weisses Auto (geschmueckt) ersetzt. Im Hotel uebernimmt eine andere Musikformation den erwuenschten Krach. Nach einiger Zeit werden dann die Feuerwerke in die Luft geschossen. Auch ganz schon laut.



Wir freuen un schon auf die grosse Stadt, morgen gehts nach Bombay, und das vielgeruehmte Essen .
Namaste
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Mumbai (seit1996 vorher Bombay) in Zahlen:
17 Millionen Einwohner
40 000 Taxis
29 000 Einwohner per km2
auf 1 Million Leute kommen 17 oeffentliche Klos
den Victoria Terminal  passieren taeglich 2,5 Millionen Menschen
in einem Vorortezug fuer 1800 Leute sind in der Stosszeit 7000
seit 1931 sind 68 500  Filme gedreht worden

Eine unglaubliche Stadt - mir hats sehr gut gefallen!

Jetzt machen wir Ferien in Goa. Wunderbare Straende, gutes Essen.....alles , was das Herz des Urlaubers erfreut.

Ich wuensche allen ein gutes Neues Jahr!
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Goa -Touristenparadies
In Goa gibts alles , was das Herz begehrt: Herrliche Straende, viele verschiedene Unterkuenfte fuer jeden Geldbeutel und sehr gute Wirtshaeuser mit Gerichten aus aller Welt (einer unser Lieblinge: Der Italiener. Er ist mit seiner Freundin 4 Monate im Jahr in Goa und macht: den bsten Kaffee weit und breit, herrliche Nudeln aller Art er faehrt jeden Tag hoechst persoenlich auf den Markt und sucht  Fische, Muscheln und  anderes Getier aus. Um am Abend einen Tisch zu kriegen reserviert man am besten einen!!!!!!)

Eine der feinsten Einrichtungen hier ist das "Magic Cinema".



Ein englischer Mensch, Filmfreak, sehr nett und haeufig sehr betrunken hat einen Platz mitten im Dorf beim Strand. Es gibt Palmen und Huettchen und einen recht grossen Platz. In der Mitte liegen die Yogamatten, in der Frueh gibts Yoga. Ab 18.30 wird der Computer und der Beamer ausgepackt. Die Leintuchleinwand mit ganz wenig Falten haengt immer.Dann gibts Comics oder alte Serien oder Kinderfilme. Um 20 Uhr indisch (also zwischen 20.00 und 20.30 gibts den Hauptfilm. Dracula von F.F. Coppola unter Palmen mit herrenlosen Hunden,die herumlaufen und ins Wolfsgeheul einstimmen, das hat schon was. Die Filmauswahl ist ausgezeichnet, man sitzt auf Platiksesseln, trinkt was und die Rauchermenschen koennen dies unbelaestigt tun. Man bezahlt nur seine Konsumation und ist dankbar fuer die wunderbaren Hobbies, die manche Leute haben. Vorgestern gabs uebrigens "Walk the Line "ueber Jonny Cash Leben.  Dazu einige Feuerwerke in der Umgebung.
Guten Rutach ins Neue Jahr!!!!!!
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Arundhati Roy (indische Schriftstellerin"Der Gott der kleinen Dinge"):
"Als indische Staatsbuerger leben wir tagtaeglich mit einer Mischung aus Kastenmassakern und Atomtests, Ueberfaellen auf Moscheen und Modeschauen, brennenden Kirchen und expandierenden Mobilfunknetzen, Zwangsarbeit und der digitalen Revolution, der Toetung weiblicher Neugeborener und dem Crash an der Nasdaq, mit Ehemaennern, die ihre Frauen wegen der Mitgift anzuenden, und mit unserem beachtlichen Vorrat an Kandidatinnen fuer den Posten der Miss World............ Naeuerlich geschieht das, was hier geschieht, in anderen Formen ueberall. Natuerlich sind die Parallelen leicht zu erkennen, wenn man bereit ist, genau hinzuschauen. Das Besondere an Indien ist nur die Groessenordnung, das Ausmass, die Augenfaelligkeit der Ungleichheit. In Indien werden sie direkt darauf gestossen."